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Fragen und Antworten zum Thema Tantra

Das Wort Tantra stammt aus dem Sanskrit, der ältesten in Indien gesprochenen Sprache. Übersetzt heißt er soviel wie Gewebe, Gefüge. Alles ist demnach miteinander verbunden. Es gibt keine Trennung zwischen der materiellen, sichtbaren Welt und dem Geistigen. Tantra ist ein Erkenntnisweg, der zurück zu unserer wahren Natur, zur Erkenntnis unseres wahren Seins und der höchsten Wirklichkeit führt. Im Unterschied zu anderen spirituellen Wegen ist Tantra sehr praxisorientiert. Alles wird genutzt, nichts wird ausgeschlossen, auch nicht die Sinne und die Sexualität. Nicht Askese, sondern alle Erfahrungen der Welt, werden genützt für die Erleuchtung. Sinnlichkeit und Spiritualität gehören zusammen.

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Die Ursprünge von Tantra findet man in Indien. Über die historischen Anfänge herrscht Unklarheit. So wird der Anfang manchmal 2000 v. Chr. datiert, anderen Orts setzt man die Zeit 300 v. Chr. fest. Von seinem Ursprung her ist Tantra ein spiritueller Weg, der sich innerhalb der indischen Religionen Buddhismus und Hinduismus  und der indischen Philosophie entfaltet hat.

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Tantra selbst ist keine Religion, durchdringt aber die beiden in Indien entstandenen Religionen Buddhismus und Hinduismus. Wesentlich ist, dass Tantra keinen Glauben erfordert. Die Praxis und die Erfahrung stehen weit höher als jede Theorie oder Philosophie. Deshalb gibt es keine Askese und keine Gebote, die zur Unterdrückung von lebendigen Impulsen (z.B. der Sexualität) führen. Tantra erschließt sich für jeden Menschen, egal ob er in irgendeiner Form religiös oder atheistisch ist. Insofern ist Tantra eine religionsübergreifende spirituelle Bewegung.

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Viele suchen im Tantra Lebenshilfe oder Liebeskunst. Aber Tantra ist weit mehr als das. Es fügt Getrenntes zusammen, so dass Körper, Geist und Seele wieder als Ganzheit erlebt werden können. Idealerweise verbinden sich im heutigen Tantra die indischen Wurzeln mit zeitgemäßen Praktiken, Therapien und Techniken, die dazu führen, dass der Mensch sein innewohnendes Potenzial zur Entfaltung bringen kann. Dieser Weg der Selbsterfahrung und Selbsterforschung wird dann früher oder später zu den Grundfragen des Lebens und zur Erfahrung der höheren Dimensionen des Menschseins führen.

Tantra heute spielt sich meistens in Tantraseminaren ab. Dort gibt es viele Übungen zur inneren Reinigung und zum Beseitigen von Blockaden, schädlichen Glaubensmustern und Lebensweisen. Das Praktizieren von Meditation, Atem- und Körperübungen und das Erlernen einer offenen und respektvollen Kombination unterstützt darin, ein freieres und erfüllteres Leben führen zu können, auch wenn man kein Interesse an einem spirituellen Weg oder an der Erleuchtung hat.

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Es gibt viele unterschiedliche Tantrawege. So kann man zwischen buddhistischem und hinduistischem Tantra unterscheiden, sowie zwischen rotem, weißen und schwarzen Tantra. Zudem gibt es das sogenannte rechtshändige und das linkshändige Tantra. Das Tantra, das heute in der westlichen Welt praktiziert wird, bezeichnet man als Neo-Tantra. Jeder wirklich echte tantrische Pfad wird jedoch in die Nundualität, die Einheit führen, wo es diese Unterscheidungen nicht mehr gibt.

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Weißes Tantra wird ohne jeglichen Körperkontakt praktiziert. Man sitzt sich in Gruppen paarweise gegenüber. Alle tragen weiße Kleidung und folgen einer angeleiteten Meditation oder Konzentrationsübung. Yogahaltung, Handhaltung, Atemtechnik und ein mentaler Fokus (z.B. durch ein Mantra) sind Bestandteile der praktischen Übungen, die der Reinigung des Geistes dienen. Der Verstand soll von Belastungen und schädlichen Gedankenmustern befreit werden. Das eigene Bewusstsein wird erhöht und die Erfahrung der Einheit ermöglicht. Weißes Tantra befasst sich weder mit Sexualität noch mit Magie.

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Rotes Tantra bezieht sexuelle Handlungen und Rituale in den Prozess der Bewusstwerdung ein (z.B. sexuelle Yogatechniken oder Vereinigungsrituale). Deshalb wird es oft auch als sexuelles Tantra bezeichnet. Die sexuelle Energie wird gezielt genutzt, um höhere Bewusstseinsebenen zu erreichen. In der ursprünglichen Tantra Tradition war rotes Tantra erst ab einem gewissen Reifegrad, was Meditationserfahrung und Yoga- und Atemtechniken betrifft, möglich. Der Umgang mit dem Körper und der Sexualität ist von Respekt und Verehrung geprägt. Es geht nicht um Steigerung des sinnlichen Vergnügens, sondern um die Anhebung der Bewusstseinsebene. Das Ziel ist die Erfahrung der ursprünglichen göttlichen Natur. Rot ist die Farbe für das Wurzelchakra am untersten Ende der Wirbelsäule (Muladhara Chakra).

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Auf dem Tantraweg werden durch die verfeinerte Wahrnehmung und die Entwicklung der Geisteskraft viele Fähigkeiten entwickelt. Diese können sinnvoll eingesetzt oder aber gezielt missbraucht werden. Nutzt man also seine spirituellen Kräfte, um andere Menschen zu beeinflussen, zu manipulieren und um eigene egoistische Ziele zu erreichen, verkommt Tantra zu Schwarzmagie. Durch selbstsüchtige Praktiken wird Macht über andere ausgeübt.

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Rechtshändiges Tantra wird als der „rechte Pfad“ oder der Weg der rechten Hand bezeichnet. Es ist ein rein spiritueller Weg: Meditation, Energiearbeit und spirituelle Verehrung ohne Körperkontakt stehen im Vordergrund, was der Beschreibung des weißen Tantra entspricht. Es finden keinerlei sexuelle Handlungen oder Praktiken statt. Rituale werden nur symbolisch ausgeführt (z.B. visualisiert). Durch eine strenge Übungspraxis wird ein Bewusstheitszustand  jenseits des menschlichen Leidens angestrebt.

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Zusätzlich zu den Praktiken des rechtshändigen Tantra integriert das linkshändige Tantra auch die sexuelle Praxis, die Sinnlichkeit und die Leidenschaft. Hier geht es nicht um Askese. Der Weg führt mitten durch alles Aspekte des Daseins. In sexuellen Riten und Ritualen werden sogenannte unreine Dinge wie Alkohol, Fleisch etc. verwendet. Nichts wird abgelehnt oder unterdrückt. Deshalb wird dieser Tantra-Pfad auch manchmal als der gefahrvolle Weg bezeichnet. Die Sinnenwelt wird nicht vermieden oder abgelehnt, sondern genutzt, um zur Vereinigung mit dem Göttlichen, zur Erleuchtung zu gelangen.

Ohne Vorbereitung kann man Tantra nicht „machen“. Tantra ist ein spiritueller Weg, der eine lange Zeit – oft viele Jahre oder Jahrzehnte - regelmäßige Körperübungen und geistige Schulung (Meditation) verlangt. In der heutigen Zeit ist das Tantra Verständnis meist nur auf die Sexualität fixiert. Aber auch hierbei braucht es eine lange Praxis, um von Ziel- und Orgasmus fixierten Begegnungen loszulassen und zu tantrischen Erfahrungen im Hier und Jetzt zu gelangen. In der Regel braucht man dabei eine Schulung durch eine/n Lehrer/in oder durch Literatur.

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Wer regelmäßig eine mehrjährige tantrische Praxis ausübt (Meditation, Geistesschulung, Atem- und Körperübungen) wird feststellen, dass die Wahrnehmung sich verfeinert und das Leben insgesamt friedvoller und harmonischer verläuft. Man verzichtet immer mehr auf das Urteilen über andere und fließt leichter und ohne Widerstand mit dem Fluß des Lebens mit. Besonders Liebesbeziehungen können von tantrischen Errungenschaften profitieren: sowohl was den liebevolleren Umgang miteinander betrifft, als auch die Kommunikation und die sehr achtsamen und präsenten sexuellen Erfahrungen.

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In der Regel besucht man Tantraseminare ► und lernt bei einem/einer Tantralehrer/in. Ein einziges Tantraseminar ist zu wenig, um Tantra wirklich zu lernen. Deshalb werden bei vielen Tantrschulen Jahrestrainings ► und Ausbildungen ► angeboten. Natürlich kann man auch aus Büchern oder Online Tantra lernen ► , wenn man selbst engagiert und diszipliniert genug ist. Die meisten Menschen brauchen die angeleitete Erfahrung durch eine "Tantrika", um Tantra lernen zu können. Im ursprünglichen Tantra wurde die Lehre von Meister zu Schüler weitergegeben und die Fortschritte der Schüler auch überwacht und begleitet, was in den Tantra Ausbildungen heutzutage auch gewährleistet wird.

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Tantra lernt man am besten durch den Besuch von mehreren Tantraseminaren. Dort gibt es unterschiedlichste Übungen zur Kommunikation, Atem- und Energiearbeit und Anleitungen zu einer tantrischen Sexualität. Am besten ist ein ganzes Jahrestraining dazu geeignet, eine tantrische Grundlage und ein Fundament für ein erfülltes Leben und Lieben zu schaffen: Es werden eigene, manchmal tief sitzende Blockaden gelöst und Methoden zu einer verfeinerten Wahrnehmung gelehrt. Dadurch wird der Mensch zunehmend freier und selbstbestimmter. Jeder entscheidet dann selbst, ob er Tantra regelmäßig weiterpraktizieren möchte oder noch tiefer eintaucht durch eine Ausbildung.

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Tantra kann man bei einem Tantraseminar praktizieren oder zuhause mit einem Partner bzw. einer Partnerin. In der Regel besucht man vorher ein Seminar und übt dann das dort Gelernte eigenständig weiter. Wer wirklich tief in Tantra eindringen will, wird sich eine tägliche Meditationspraxis zulegen. Diese kann je nach Vorlieben aus dem heute vielfältigen Angebot ausgewählt werden. Paare können die gelernten Methoden gemeinsam praktizieren. Singles brauchen dazu Partner/innen. Bei Tantrseminaren finden sich meist geeignete Übungswillige.

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Das kommt darauf an, ob man Anfänger oder schon Fortgeschrittener ist. Als Anfänger lernt man zunächst die Tantra-Grundlagen: Atem-, und Energieübungen, Körperarbeit, Meditation und achtsame Kommunikation. Daneben gibt es viel Entspannung, Tanzen, Spaß und Lockerungsübungen. Die ersten Rituale helfen, sich selbst und den eigenen Körper annehmen zu können. Einfache Massagen integrieren die oft abgelehnten oder blockierten Körperteile, und auch Yoni  und Lingam (die ja bei den klassischen Massagen ausgespart werden). So erfährt sich der Mensch (vielleicht zum ersten Mal) als ganzheitlich.

Bei Seminaren für Fortgeschrittene ► gibt es mehr (oder längere Phasen von) Meditation und Stille. Die Achtsamkeit ist insgesamt wesentlich höher. Deshalb können auch intimere Begegnungen möglich werden, wie zum Beispiel in den genitalen Tantramassagen wie z.B. der Yonimassage ► oder der Lingammassage ►.

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Ja, Tantra kann man lernen. Man braucht dazu jedoch die Bereitschaft, sich selbst und seine bisherigen Denk- und Verhaltensweisen unter die Lupe zu nehmen. Durch die Übungen und Anleitungen bei Tantraseminaren kommt nämlich Vieles hoch, was im Laufe eines Lebens verdrängt wurde. Also muss man sich auch seinen Gefühlen stellen und sie auflösen. Der Segen der tantrischen Arbeit ist dann ein viel bewussteres, freieres und erfüllteres Leben.

Es geht also nicht nur darum, sexuelle Techniken kennenzulernen, sondern in erster Linie sich selbst tiefer zu erfahren. Dadurch werden auch die Kontakte zu anderen Menschen automatisch liebevoller und echter.

Viele Menschen informieren sich zunächst im Internet bei verschiedenen Tantra-Anbietern. So finden sie für sich heraus, ob Tantra das Richtige ist. Dann gehen sie zu einem Tantraseminar. Dort lernen sie die ersten tantrischen Übungen und Praktiken kennen - in der Regel in einer achtsamen Vorgehensweise für Anfänger. Meist gibt es nach einem Seminar Anregungen für das weitere Praktizieren zuhause. Da viele Menschen nicht die nötige Selbstdisziplin besitzen, um ihren Alltag tantrisch zu gestalten, ist eine längere Begleitung durch eine Serie von Seminaren nötig, um größere und stabilere Veränderungen zu bewirken. Es ist eher selten - aber nicht unmöglich - Tantra durch Bücher zu lernen.

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